ERZÄHLUNGEN AUS
INSTABILEN ZUSTÄNDEN
3.7. – 26.7.2026
OPENING 2.7.2026, 19 Uhr
Artis Talk in der Ausstellung am 8.7.2026
Christiane Peschek
Santiago Archila Salcedo
Jakob Ritzkat
Gemeinsam untersuchen die drei Künstler*innen, wie unsere Körper und Identitäten in einer zunehmend instabilen Realität bestehen können. Zwischen digitalem Nachleben, psychologischen Räumen und modernen Mythen.
Kuriert von Heike Dempster.
Über die Ausstellung
“Erzählungen aus instabilen Zuständen” vereint die künstlerischen Praktiken von Christiane Peschek, Santiago Archila Salcedo und Jakob Ritzkat in einer vielschichtigen Untersuchung darüber, wie Körper bestehen, sich transformieren und in zunehmend instabilen Realitäten neu erscheinen. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen entwickeln die drei unterschiedliche Positionen, jedoch miteinander verwobene Territorien: das Spektrale, das Mythische und das Psychologische. Gemeinsam eröffnen sie ein Spannungsfeld, in dem Identität nicht als fixe Größe erscheint, sondern als ein Prozess permanenter Aushandlung zwischen Sichtbarkeit, Imagination und innerer Erfahrung.
Im Zusammenspiel entfalten die drei Positionen ein dynamisches Geflecht aus Auflösung und Verdichtung, Innerlichkeit und äußerer Erscheinung, Bild, Raum und Narration. Während Peschek die Entkörperlichung im digitalen Zeitalter sichtbar macht, Ritzkat die unsichtbaren Prozesse des Geistes materialisiert und Archila Salcedo den Körper durch Mythos und Erzählung neu behauptet, entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf von Verschwinden und Wiederkehr. In diesem Dialog wird der Körper nicht als stabile Einheit verstanden, sondern als fluides Konstrukt – geprägt von Technologie, Erinnerung, psychischer Struktur und kultureller Imagination.
—> Ganzer Ausstellungstext in Kürze verfügbar
DER WALD
15.5. – 28.6.2026
Andrej Auch
Ein Loslassen bisheriger Formen: Mit DER WALD zeigt Andrej Auch eine radikale Hinwendung zum Ursprünglichen und die Suche nach Transzendenz jenseits des Sichtbaren. Der Schritt in den dunklen Wald ist der Schritt ins Unbekannte.
Über die Ausstellung
Der Schritt in den dunklen Wald ist der Schritt ins Unbekannte. Von außen wirkt er dicht, undurchdringlich, voller möglicher Gefahren. Man zögert, weil man fürchtet, was sich darin befindet: Wölfe, Ungeheuer, Kontrollverlust.
Doch im Inneren steht man vor Bäumen. Nichts Dramatisches. Trotzdem besteht die Spannung. Sie entsteht nicht aus dem, was da ist, sondern aus dem, was man erwartet. Hinter jedem Baum könnte etwas sein. Die Fantasie regiert weiter, auch wenn nichts geschieht. Der Wald zeigt, wie sehr die eigene Wahrnehmung von Erwartung gesteuert ist. Er ist weniger Bedrohung als Projektionsfläche für Ungewissheit.
Die Ausstellung greift diesen Zustand auf, ohne ihn zu romantisieren.
Der Wald erscheint nicht als Gegenwelt, sondern als eine Form von Wahrnehmung, die sich den üblichen Zugriffen entzieht. Weniger Kontrolle, weniger Einordnung. Ein Zustand, der näher an einer unmittelbaren Erfahrung liegt, ohne je ganz zugänglich zu sein.
Andrej Auch malt den Wald nicht, sondern das Verschwinden im Wald. Jeder Pinselstrich ist ein Schritt, ein Stolpern über Wurzeln, ein Hinter-sich-Lassen von Gewissheiten. Die Bilder entstehen im Hineingehen: Schichten verdichten sich, Linien brechen auf, Formen kippen. Kontrolle und Kontrollverlust stehen gleichzeitig im Raum.
UNDER PRESSURE
Opening: Donnerstag 9.4.
Ausstellung: 10.4. – 10.5.2026
Leon Boden
Leyla Schiemenz
Produzieren, sichtbar sein, sich behaupten. In UNDER PRESSURE untersuchen Leon Boden und Leyla Schiemenz Druck als künstlerischen Widerstand gegen die digitale Flüchtigkeit.
Über die Ausstellung
Mit der Erfindung des Holzschnitts wurden Bilder erstmals in größerer Zahl verbreitbar. Eine Form wurde in ein Material geschnitten, eingefärbt, gepresst. Das Bild entstand nicht aus einer einmaligen Geste, sondern durch Übertragung. Sichtbar wurde nicht nur ein Motiv,sondern der Vorgang selbst. Kraft, Reibung und Widerstand blieben im Bild erhalten. Mit der digitalen Bildproduktion verschiebt sich diese Logik. Bilder entstehen ohne spürbaren Widerstand, ohne Verzögerung, ohne Bindung an Material. Sie erscheinen sofort, vervielfältigen sich und verschwinden wieder.
Geschwindigkeit ersetzt Kontakt. Das Bild wird leichter und gleichzeitig flüchtiger. Druck setzt dem etwas entgegen. Nicht als Rückzug, sondern als bewusste Entscheidung für ein anderes Arbeiten. Er bindet das Bild an Zeit, an Material, an einen konkreten Ablauf. Jede Spur hat eine Ursache, jede Setzung eine Konsequenz. Bilder entstehen hier nicht trotz Widerstand, sondern durch ihn. Die Arbeiten von Leyla Schiemenz und Leon Boden greifen diese Bedingungen auf unterschiedliche Weise auf.
KISS MY CAR
27.2. – 5.4.2026
Felix Vogl
Matilde Romagnoli
Nikita Senkevych
Mit KISS MY CAR öffnete sich erstmals das Ausstellungsprogramm von T21. Begleiteng zur Ausstellung erschien die erste limitierte Publikation mit Texten von Elias Neuhaus und Peter Seeland.
Über die Ausstellung
Seit seiner Erfindung ist das Automobil mehr als ein Fortbewegungsmittel. Es steht für Geschwindigkeit, Status, Freiheit und Fortschritt, ebenso wie für deren Brüche. Crash, Stau oder Burnout markieren die Kehrseiten einer Moderne, die auf permanente Beschleunigung setzt.
In KISS MY CAR setzen sich die Künstler*innen mit diesen widersprüchlichen Bedeutungen auseinander. Das Auto erscheint als Symbol sozialen Aufstiegs und des Begehrens, zugleich aber auch als Ort von Kontrolle, Isolation und Abhängigkeit. Zwischen Dynamik und Stillstand wird es zum Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche.
POSTER REX
Februar 2026
Seit 2014 drucken Lars Harmsen und Markus Lange in Zusammenarbeit mit internationalen Künstler*innen Plakate und haben in über 40 Sessions rund um den Globus ein Siebdruck-Grafik-Archiv mit mehr als 3.500 Arbeiten aufgebaut. Die Ausstellung bei T21 zeigte eine Auswahl von Plakaten verschiedener Sessions.
Ein Motiv. Ein Statement. POSTER REX in seiner konzentriertesten Form. Ein kritischer Director’s Cut aus zehn Jahren kollektiver visueller Haltung.
Druckgrafik gehört zu den frühesten Bildmedien, die Ideen und Haltung über Grenzen hinweg getragen haben. Von Renaissance-Holzschnitten bis zur Plakatkultur des 20. Jahrhunderts ist das Poster bis heute ein offenes Feld zwischen Kunst, politischem Ausdruck und Alltag.
Die hier gezeigten Arbeiten entstanden unter anderem in Kollaborationen zwischen Danzig, Seoul, München und Kiew. Sie verbinden analogen Drucktisch und digitale Gegenwart. Historische Technik trifft auf vernetzte Moderne.

